Schnell erledigt!

Oh! Post! Richtige Post im Briefkasten. Wie schön. Ach Du Schreck…Was will denn die Deutsche Rentenversicherung von mir? Ich bin doch schon so lange in Rente. Gibt es eine außerplanmäßige Rentenerhöhung. Das wäre ja ganz wunderbar, aber nicht wahrscheinlich. Ich warte auf meine Angstattacken. Die kommen nicht und seelenruhig öffne ich den Brief von der Deutschen Rentenversicherung. Äh….ach ja, richtig. Ich bin in Rente wegen voller Erwerbsminderung. Bald habe ich die Altersgrenze erreicht. Bald bekomme ich meine Regelaltersrente (§ 115 Abs. 3 SGB VI). Ach so.

Nun werde ich gebeten, die in der Anlage gestellten Fragen zu beantworten und diese Erklärung umgehend zurücksenden. Aha. Meine Angstattacken versäumen ihren Auftritt. Da ich gerade nichts weiter zu tun habe, setze ich mich an den Schreibtisch und bearbeite die Fragebogen. Meistens kann ich NEIN ankreuzen. Das ist einfach und geht schnell.

Was soll das denn? Ich denke, die haben meine Biographie schon im System? War doch schon alles abgearbeitet. Nun wollen sie wissen, ob ich Zeiten der Berufsausbildung (auch ohne Abschluss) zurückgelegt habe, für die Beiträge gezahlt wurden. Wann und wieviel Geld habe ich verdient? Meine Güte, das ist doch schon e.w.i.g her. Woher soll ich das heute noch wissen? Alle Kopien sollen beglaubigt werden.

Ich sitze da und denke. Soll ich einfach NEIN ankreuzen? Aber ich habe ja eine Ausbildung gemacht. Damals habe ich ziemlich geackert, um mein Referendariat heil zu überstehen.

Ich nehme mir meinen Ordner „Sozialversicherungen“ vor. Alle Angstattacken bleiben verschollen. Ich vermisse sie fast schon. Quatsch, sollen sie doch wegbleiben. Ich komme auch so wunderbar zurecht. Lösungen finden sich immer. Huch! Was ist das denn? Die richtige und gesuchte Bescheinigung über Beiträge zur Rentenversicherung (bitte gut aufheben) fällt mir fast sofort in die Hände. Puh.

Dann denke ich nach. Ich soll meinen Arbeitsvertrag beilegen. Habe ich so etwas bekommen? Und wo ist überhaupt der Ordner mit den Zeugnissen und Abschlüssen? Dies wäre das richte Stichwort für die eine große Angstattacke gewesen, aber sie erscheint nicht. Der wird schon irgendwo sein. Aber wo? Ich habe gedacht, ich brauche ihn nie wieder. Ich steige auf den Boden und krame im Karton mit den alten Ordnern. Die meisten können weg, finde ich heute. So viele Weiterbildungen habe ich gemacht? Habe ich fast schon vergessen. Ganz unten liegt der gesuchte Gegenstand und mit einem Griff habe ich die benötigten Papiere gefunden. Meine Güte, wie habe ich sie schön einsortiert!

Ich lache mich schlapp. Ja, ich wurde einmal für eine kurze Zeit verbeamtet. Richtig festlich war das damals. Referendarin im Schuldienst war eine ernste Sache. Ich kopiere einige Papiere und werde sie nicht beglaubigen lassen. Wenn die Deutsche Rentenversicherung darauf besteht, wird sie sich melden.

Was steht denn da noch in dem Anschreiben? Es wird darauf hingewiesen, dass die Berechnung der Regelaltersrente nicht unbedingt zu einer Erhöhung des bisherigen Zahlbetrages führt.

Das ist schade. Hoffentlich wird es nicht weniger……Ach du liebe Angstattacke, jetzt kannst du auch wegbleiben, ich bin bisher gut ohne Dich zurechtgekommen. Murrend verzieht sie sich in den Garten.

 

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5 Gedanken zu “Schnell erledigt!

  1. Formulare, Formulare, Formulare. Da habe ich stellvertretend für Dich gleich mehrere Attacken bekommen. Ein falsches Kreuzchen kann einem da leider – vielleicht nicht das Genick, aber mindestens zwei Beine und den rechten Arm brechen, mehrfach 😦
    Aber gut, dass Du es geschafft hast. Und weniger darf es nicht werden!
    Beste Wünsche!

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    1. Oft weiß ich bei diesen Formularen gar nicht, was man von mir will. Hier bin ich unsicher, ob mein Referendariat überhaupt in diesem Sinn eine Berufsausbildung ist. Aber im Gegensatz zu früher wirft mich diese Unsicherheit nicht in die Verzweiflung. Gelassen schicke ich den Brief einfach mal „auf Probe“ ab. Meinen Rentenantrag hatte ich damals vom VdK bearbeiten lassen. Das machten die wirklich gut. Ohne deren Hilfe wäre ich verzweifelt und heulend zusammengebrochen. Wahrscheinlich!
      Liebe Grüße! Regine

      Gefällt 2 Personen

  2. Ohje, das steht mir ja dann auch noch bevor. Ich dachte, mit der Gewährung der EU-Rente hat sich das erledigt. Da haben sie doch alles schon einmal bekommen. Warum denn nochmal?
    Aber es stimmt, weniger an Rente wird es nicht, da hat Agnes recht.
    (Und schon kreisen meine Gedanken darum, ob ich noch alles habe)

    Gefällt 1 Person

    1. Nein, schicke die kreisenden Gedanken erst einmal weg, die stören nur und haben keinerlei Nutzen. Alles halb so schlimm. Man kann sich ja auch Unterstützung holen. Ich habe meinen Rentenantrag damals vom VdK machen lassen. Ich war gestern nur froh, dass ich meine Papiere so gut und übersichtlich eingeheftet hatte. Dafür muss ich mich mal loben. Allerdings konnte ich trotzdem die Frage nicht beantworten, ob ich zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr mindestens einen Kalendermonat krank war. Erstens weiß ich das nicht mehr und zweitens hätten mir Beweismittel gefehlt. Ich habe NEIN angekreuzt….

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