Feuerwerk

Feuerwerk

Das Schützenfest in der kleinen Stadt lässt mich kalt. Aber über das Feuerwerk freue ich mich Jahr für Jahr und immer wieder. Am schönsten anzusehen ist es natürlich direkt auf der Festwiese, aber gestern war ich faul, kletterte auf den Boden, öffnete die Dachluke und……

In Wirklichkeit war es natürlich viel schöner. Auch wenn die Qualität der Fotos  sehr, sehr laienhaft ist, zeige ich sie, weil das Feuerwerk in der kleinen Stadt zur Vorfreude auf die Ferien unbedingt dazu gehört. Ich bekomme zwar keine Ferien, aber das Gefühl der Freude will ich mir zurückholen!

Sommerfreiheit

Sommerfreiheit

Nächste Woche beginnen in Niedersachsen die Sommerferien. Ich weiß noch genau, wie ich mich vor ein paar Jahren um diese Zeit als Klassenlehrerin in einer Förderschule geistige Entwicklung fühlte:

Die Zeugnisse lagen fertig in der Schublade, Klassenfahrten sowie die Entlassfeier hatten die letzten Kraftreserven des Lehrkörpers aufgezehrt, das Schulgebäude verwandelte sich in einen Backofen und die Insassen waren urlaubsreif, alle miteinander. Die Klassenräume mussten ausgeräumt werden, damit die Fußböden in den Ferienwochen extra gepflegt werden konnten und an Unterricht war nicht mehr zu denken. An heißen Tagen, und ich erinnere mich fast nur an solche, wurden die Schüler draußen verpflegt, umhegt und mit dem Gartenschlauch gewässert, bis die Busse sie um 15.00 Uhr abholten und ich nur noch zum Auto kriechen konnte, um nach Hause zu fahren.

Der letzte Schultag mit einem großen Frühstück, der feierlichen Vergabe der Zeugnisse und einem letzten Aufräumen der Klassenräume wurde von allen heiß ersehnt.

Unsere SchülerInnen umarmten uns an diesem Tag noch schnell und herzlich(!), bevor es zum gemeinsamen Abschied in die Aula ging. Einige Eltern brachten Blumen und Pralinen  für uns vorbei und bedankten sich für das erfolgreiche Schuljahr(!). Ich konnte mein Glück kaum fassen, wenn wir uns dann tatsächlich alle versammelten, unser Abschiedslied sangen und die Schulleiterin endlich, endlich um 10.30 Uhr den Startschuss gab: jubelnd setzte sich die Schülerschaft in Richtung Ausgang in Bewegung, stieg gut gelaunt in die Busse und Autos der Eltern, winkte uns Erwachsenen noch einmal zu und verschwand. Ruhe, Stille………

Vergessen waren die Kämpfe mit den Pubertieren und die ärgerlichen Elternabende mit ärgerlichen Eltern. Freudentränen vergießend lagen sich die Klassenteams in den Armen um dann gemeinsam ins Lehrerzimmer zu tanzen und mit allen Kollegen und Kolleginnen (etwa 60!) und einem Gläschen Sekt das Schuljahr zu verabschieden und auf die SOMMERFREIHEIT anzustoßen.

Zuhause landete ich nicht himmelhoch jauchzend, sondern ziemlich betrübt. Das Gefühl, etwas angestellt oder vergessen zu haben, beeinträchtigte für ein oder zwei Tage meinen Ferienbeginn. Die Anspannung fiel ab und dann verordnete ich mir ein paar Wochen privates Glück. Ohne Vorbereitung und Gedanken an das, was das neue Schuljahr wohl bringen würde.

Aber eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes schreiben. Das mache ich morgen oder so. Denn ich will darüber berichten, wie ich mich wieder in Urlaubsstimmung versetzen möchte, auch wenn ich Rentnerin bin und immer frei habe.

Trübe Zeiten

Trübe Zeiten

Ich habe keine Lust, wach zu werden. Ich habe keine Lust, aufzustehen. Ich ziehe mir die Decke über den Kopf. Ich will schlafen. Am liebsten über diesen Tag weg schlafen. Draußen scheint die Sonne, die Vögel sind schon wach und der Wetterbericht sagte einen heißen Tag voraus. Es ist 5.00 Uhr. Wenn ich jetzt schon aufstehe, ist der Tag unendlich lang.

Heute habe ich keine Lust, alleine zu sein. Ich habe auch keine Lust, mich zu verabreden. Ich sehne mich nach meiner Familie. Also, eigentlich sehne ich mich  nach den Zeiten, als die Kinder klein und wir noch zu viert waren. Ich könnte sie jetzt gut gebrauchen, meine Kleinen. Aber die sind jetzt groß. Ich bin keine Kleinkindmutter mehr, ich bin eine Mutter von Erwachsenen. Ich will die Zeit zurückdrehen. Oder wenigstens weiter schlafen. Ich bemitleide mich noch ein wenig selbst. Was soll ich mit einem sonnigen Tag anfangen? So ganz ohne Lust zu gar nichts. Außerdem nerven mich meine Schmerzen heute extrem. Im Schlaf spüre ich sie nicht. Jetzt schon. Och menno…..

Der Schlaf verkrümelt sich. Ich stehe auf, dusche und ziehe mich an. Draußen sammle ich die Schnecken aus den Blumenkästen und gehe auf dem taunassen Rasen spazieren. Immer im Kreis. Alle Nachbarn schlafen noch. Es ist kühl und die Füße freuen sich. Ich freue mich auch, obwohl ich gar keine Lust dazu habe. Solche Tage gibt es, kennt Ihr das? Es geht mir auf die Nerven, dass keiner da ist. Wahrscheinlich ginge es mir auch auf die Nerven, wenn jemand da wäre.

Ich nehme meinen Fotoapparat und steige auf das Fahrrad. Ich radle los und versinke in meinen Gedanken. Manchmal steige ich ab und fotografiere:

Prima, zwei Stunden bin ich unterwegs. Sportlich, sportlich! Lust habe ich immer noch keine, aber tröstlich ist es doch, dass es die anderen nicht stört und die Natur trotzdem so prächtig ist.

Ich esse, lese fast ein ganzes Buch durch und bringe mich brummend durch den lustlosen Tag.

Morgen mache ich weiter. Dann wird mir sicher wieder einfallen, warum das Leben so überaus schön ist und worüber ich mich in Zukunft freuen kann. Vielleicht fahre ich mit einer Freundin an den See und erzähle ihr von meinem lustlosen Sonntag im Juni.

Und jetzt regnet es zum Glück und  gleich gibt es wenigstens einen Tatort. Dann werde ich lustlos vor dem Fernseher abhängen und meine Unlust noch einmal so richtig genießen.

Und Ihr so?

 

Heimkehr

Heimkehr

Hallo Leute, geht es Euch gut? Lange nichts voneinander gehört, oder? Ja, ich bin wieder zu Hause. Frau Holle auch. Gestern Abend kamen wir völlig durchnässt und  müde, aber knallglücklich hier an. Also, Frau Holle war pitschnass, bei mir perlt das Wasser ja sofort ab und ich fühlte mich froschwohl. Glücklich waren wir aber beide. Zuhause ist es doch am schönsten und wenn einer eine Reise tut, weiß er das erst richtig zu würdigen. Man muss mal weg, um wieder ankommen zu können.

Was? Wo wir so lange waren? Wollte Regine auch gleich wissen, die war völlig aufgelöst. Hat sich Sorgen gemacht. Dabei schrieb ich ihr doch mühevoll eine Karte. Meine Güte.

Nachdem wir uns von Frau Vro verabschiedet hatten, verließ uns die Lust, den Urlaub schon zu beenden. Wir trieben uns eine Weile in den Bloggerwelten herum und dann hatte Frau Holle die Idee, ihre Freunde zu besuchen. Knusperhexe, böse Stiefmutter, vierzig Räuber, Wolf und so. Außerdem war sie neugierig, wie es ihren ehemaligen Lehrlingen Glücks- und Pechmarie inzwischen ging. Sie fragte sich, ob die wohl beruflich vorankamen und wie sie mit ihrer Mutter fertig wurden. Ich könne ja inzwischen Froschkönig und Kalif Storch besuchen, meinte die Gute.

So haben wir es gemacht. An der Grenze mussten wir unterschreiben, dass alles, was wir sehen und hören unter uns bleibt. Nichts darf weitergegeben werden. Fotografieren war bei Todesstrafe verboten. Habe ich trotzdem gemacht, heimlich natürlich. Leider halte ich mich  an meine Schweigepflicht, aber ein paar Fotos zeige ich Euch. Anonym natürlich, Ihr sagt doch nichts weiter, oder?

 

Ich will gerade mehr Fotos von unserer Reise zeigen, da erwischt mich das schlechte Gewissen. Ich muss ganz schnell zu Bärbel, meiner Riesenspinne, die mich so nett vertreten hat. Sie ist bestimmt sauer und vielleicht auch gar nicht mehr da. Ich muss der Frau vom Gartentor ein Küsschen auf die Nase geben, damit sie mir verzeiht. Ich will morgen meinen Dienst als Gartenhänger wieder antreten. Also Leute, mehr Fotos das nächste Mal und ich freue mich, wieder bei Euch zu sein.

Frau Holle hat sich eben einen Besen geschnappt und hilft ihrer Regine beim Luftschlossfegen. Sie guckt streng und seufzt: „So ein Schlamassel schon wieder! Kaum ist man mal kurz weg, fegt ein Sturm über das Land.“ Sie fühlt sich immer so wichtig, die Gute.  Jetzt muss ich aber wirklich los…..

Erste Hilfe

Erste Hilfe

Im Haus  ist etwas durcheinander geraten. Seele steht im Scherbenhaufen. Sie seufzt und macht sich daran, ihn zu beseitigen. Inneres Kind hüpft vorbei.

Inneres Kind: Was machst du da?

Seele: Ich räume auf.

Inneres Kind: Was sind das für  Scherben?

Seele: Trümmer vom geplatzten Luftschloss.

Inneres Kind: Was ist ein Luftschloss?

Seele: Mein Luftschloss hatte Wände aus Seifenblasen, Wünschen, Sehnsucht und selbst erdachten Geschichten. Es wurde einfach zu schwer.

Inneres Kind: Warum ist es kaputt?

Seele: Die Realität hat es geschrottet. Zum Glück war es noch nicht zu groß, mein Schloss.

Inneres Kind: Ist sonst noch etwas kaputt gegangen?

Seele: Mein Herz tut ein bißchen weh. Ich glaube, eine alte Wunde hat sich entzündet.

Inneres Kind: Wie konnte das passieren?

Seele: Ich habe nicht mehr richtig aufgepasst. Ich bin nicht gut genug. Ich bin dumm. Ich mag Luftschlösser lieber als die Realität. In ihnen bin ich liebenswert, in der Realität nicht.

Liebestöter (öffnet die Haustür ganz weit): Kommt mal alle her, es gibt wieder etwas zu tun!

Zweifler: Klasse, endlich kann ich mich breit machen. Wurde auch Zeit.

Das-Schaffst-Du-Sowieo-Nicht-Hexe: Seele, du bist völlig nutzlos und sowas von dumm und blöd. Wie immer. Wie zukünftig immer!!!!

Du-Bist-Eine Kleine-Wurst- Kobold: Nun ist sie wieder soweit. Seele, Seele, Seele, was bist du nur klein und häßlich.

Ewige Vorwürfe: Dumm geboren und nichts dazu gelernt. Schäme dich und geh in deine Ecke. Bei dir ist Hopfen und Malz verloren und wie konntest du bloß? Es ist ganz alleine deine Schuld.

Kreisende Gedanken: Hätte, würde, warum denn nur? Was war falsch? Warum denn nur? Warum denn nur, warum? Und nun? Hätte, würde, warum denn nur? Was war falsch? Warum denn nur, warum? Und nun? Hätte……….

Angst: Ja, nun kann ich wieder einheizen. Herz soll rasen. Geh bloß nicht raus. Gefahr, Gefahr, Gefahr! Der Spaß ist vorbei.

Nörgler: Sie kann auch gar nichts richtig machen. Niemals. Und wie sie schon wieder aussieht.

Angst: Genau. Das werde ich ihr mit meinen Attacken schon beibringen, wie hilflos, häßlich und dumm sie ist.

Seele: krümmt sich zusammen und hält sich die Ohren zu. Die anderen schubsen sie hin und her und machen Party.

Inneres Kind (rennt ins Büro): Selbstbewusstsein, du musst kommen. Die Seele wird wieder angegriffen.

Selbstbewusstsein (seufzt und folgt dem Inneren Kind): Was ist denn hier schon wieder los? Angst, was machst du? Hol gefälligst deine Attacken zurück!

Angst: Ich muss einheizen, sie muss es endlich lernen. Sie muss wissen, dass sie sich niemals vertrauen kann. Dass sie immer wieder Luftschlösser baut, die ihr um die Ohren fliegen.

Liebestöter: Seele darf sich nicht so aufführen. Sie soll lieber Realitätsprobleme knacken als Luftschlösser bauen. Sie soll sich die Zähne ausbeißen.

Selbstbewusstsein: Nun geht mal alle zur Seite. Seele, was ist denn los? Fegst Du mal wieder Scherben zusammen? (Nimmt die Seele liebevoll in den Arm, das Innere Kind knuddelt sich sofort dazwischen.)

Seele: Ich habe schon wieder ein Luftschloss….

Selbstbewusstsein:   Ja, ich weiß.

Seele: Du weißt und hast mich gelassen?

Selbstbewusstsein: Ich habe gesehen, dass du ganz gut auf dich aufgepasst hast. Du wusstest, dass es ein Luftschloss war. Dir hat es gefallen.

Hoffnung: Ich habe dabei geholfen! Wäre doch auch zu schön gewesen!

Die anderen kichern und wollen Seele weiter herumschubsen.

Selbstbewusstsein: Ihr verschwindet jetzt sofort aus dem Haus und lasst Seele in Ruhe aufräumen. Hoffnung, du kannst helfen, wenn du magst.

Hoffnung: Klar, ist doch nichts passiert. Schmerzen vergehen, aber ich bleibe.

Die negative Bande verlässt murrend das Haus und richtet sich im Garten ein. In der hintersten Ecke versammeln sie sich und feiern ihren Mini-Erfolg. Als ob sie einen Krieg gewonnen hätten.  Lächerlich!

Angst: Ich möchte noch ein wenig im Haus bleiben. Ich muss das Feuer unter Kontrolle bringen und die Attacken wieder einfangen. Ich richte aber keinen großen Schaden mehr an. Versprochen.

Seele: Gut. Vielleicht macht es Sinn, ich weiß gerade nur nicht, welchen.

Selbstbewusstsein: Seele, wie kann ich dir jetzt helfen?

Seele: Ich brauche Zeit, die Trümmer zu entsorgen. Ich will mein Fundament festigen und nur noch klitzekleine Luftschlösschen darauf errichten. Sie sind so abwechslungsreich und machen das Leben bunter.

Inneres Kind: Oh ja, kleine, glitzernde Seifenblasenschlösser. Wie schön!

Seele: Ich muss nur aufpassen, dass sie klein und leicht bleiben. Wenn sie platzen, tut es nicht weh.

Inneres Kind: Ja, das wird lustig!

Seele: Aber erst einmal muss ich diese blöden Trümmer wegschaffen. Die tun weh und sind nicht witzig.

Selbstbewusstsein: Was brauchst Du noch von mir?

Seele: Etwas Schönes. Ordnung. Sicherheit.

Selbstbewusstsein: Du kommst gleich mit an den See. Wir können schwimmen und die Sonne genießen.

Seele: Jaaaa.

Inneres Kind: Das wird toll.

Seele: Wir drei zusammen sind ein gutes Team. Danke für die schnelle Erste Hilfe! Und morgen putze ich mein Haus und die Trümmer kommen in den Garten. Vielleicht kann ich später noch etwas nützliches daraus machen? Ich kaufe tolles Essen ein. Auch Süßes.

Vernunft: (guckt um die Ecke und will eingreifen.)

Selbstbewusstsein: Ausnahmsweise kriegst du Schokolade und Kekse und Zucker in den Kaffee. Das brauchst Du jetzt. Vernunft, du hast heute frei!

Selbstbewusstsein, Inneres Kind und Seele nehmen sich noch einmal fest in die Arme, bevor die Seele sich wieder an die Arbeit macht. Zwischendurch gehen sie an und in den See und lassen es sich so richtig gut gehen.

Regine´s Garden Show

Regine´s Garden Show

Es summt und brummt und blüht und grünt unermüdlich. Ohne Pause. Eine grandiose Vorstellung mal wieder.

Herr und Frau Amsel bauen ihr Nest in den Terrassen-Sanddorn. Sie sind ziemlich spät dran, finde ich und ob es die beiden wohl stört, wenn ihr Sichtschutz verblüht ist? Bisher akzeptieren sie mich, wenn ich draußen sitze.