Vollversammlung am Gründonnerstag

Vollversammlung am Gründonnerstag

Selbstbewusstsein: Ich begrüße euch zur Vollversammlung am Gründonnerstag……..

Antreiber: So geht das gar nicht. Wir haben keine Zeit!

Panikattacke: Reibt sich die Hände, plustert sich auf.

Antreiber: Ist noch so viel zu tun! Husch, husch. Weitermachen!

Panikattacke: Feuert den Ofen, schickt die Hitze.

Inneres Kind: Weint

Selbstbewusstsein: Ich begrüße euch zur Vollversammlung am Gründonnerstag UND DER ANTREIBER HAT JETZT PAUSE! Wir wollen uns auf Ostern einstimmen.

Panikattacke: Aber sie kriegt Besuch! X,Y, und Z kommen und Montag will sie Q und C besuchen. Das kann sie nicht aushalten. Das will sie nicht. Sie will ihre Ruhe. Sie kann niemals mit den anderen mithalten. Sie ist keine gute Gastgeberin und als Besuch taugt sie schon gar nichts. Sie macht alles falsch. Immer.

Antreiber: Eben! Sie hat noch viel zu tun, damit sie wenigstens so tun kann, als ob. Sie muss noch putzen, einkaufen, planen, abnehmen, Falten glätten, jung aussehen, Schuhe putzen und Schränke aufräumen.

Nörgler: Das wird doch sowieso nichts. Der Besuch wird sich wundern, dass es nichts zu Essen gibt und außerdem ist hier alles doof und keiner wird sich wohl fühlen.

Panikattacke: Feuert weiter an, Schweiß perlt: Prima, endlich kann ich mal wieder richtig loslegen.

Liebestöter: Schön, dass ihr so aktiv seid. Nun sind wir wieder die glorreichen schaurigen Vier! Zusammen halten wir die Liebe und den Spaß in Schach. Die haben Ostern hier nichts verloren. Ist doch sowieso nur Stress.

Selbstbewusstsein: Ich dachte, diese Zeiten sind vorbei. Das kommt nicht mehr in Frage. Wo bleibt der Fortschritt, den wir gemacht haben?

Nörgler: Sie kann es doch sowieso nicht richtig machen.

Liebestöter: Genau. Sie wird nicht dazu gehören, natürlich nicht. Dann werden wir doch lieber krank und sagen Ostern ab!

Vorfreude schiebt sich nach vorn und steigt auf ein Treppchen: Jetzt sage ich euch mal was!

Nörgler, Liebestöter und Antreiber: Hört, hört!

Vorfreude: Ich war schon so lange nicht mehr hier. Ich will jetzt sofort anfangen und  das Haus für Ostern vorbereiten. Das Lachen, der Spaß und der Genuss sind herzlich willkommen, dafür ist Ostern da!

Panikattacke schrumpelt zusammen: Das ist gemein. Ich hatte mich schon so gefreut, mal wieder etwas zu tun zu haben. Jetzt hau ab, du blöde Aufosternvorfreude. Du verdirbst mir alles!

Selbstbewusstsein: Genug jetzt. Es ist schon wieder zu heiß hier. Das mag ich nicht. Ich schicke den Nörgler, den Liebestöter, die Panikattacke und vor allen Dingen den Antreiber jetzt sofort in den Garten, putzt die Tulpen und schiebt die Wolken. Ihr stört.

Die glorreichen schaurigen Vier traben in den Garten: Nichts darf man hier…..

Inneres Kind: Ostern gibt es Kuchen und Eier zum Suchen!

Vernunft: Ja, in Maßen. Aber jetzt wird eingekauft. Geputzt ist ja schon. Das muss reichen.

Inneres Kind: Einkaufen ist toll! Machen wir den Wagen voll und essen schon morgen alles auf. Dann gehen wir Samstag noch mal los und kaufen noch mal ein, das wird fein.

Vernunft: Nein!

Inneres Kind: Nein? Oh……

Selbstbewusstsein: Gut, dass wir darüber gesprochen haben. Ich löse die Vollversammlung auf, denn es gibt noch genug zu tun. Ohne die glorreichen, schaurigen Vier können wir gelassen an die Arbeit gehen und die Vorfreude kann sich schon mal entspannen, das Fenster öffnen und Ostern erwarten.

Anmerkung: Natürlich hat dieser Text (fast) nichts mit mir zu tun. Natürlich nicht. Darum bin ich schon seit Tagen ganz entspannt und freue mich auf meine Leute! Ich werde mich bemühen, nichts von den leckeren Vorräten vorzeitig zu vernichten. Eierlikör und fröhliche Ostereier locken. Ob es später heißen wird:  Sie hat sich stets sehr bemüht, es ist ihr aber nicht so gut gelungen? Man weiß es nicht. In diesem Sinne…..

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…..wünsche ich Euch eine schöne Osterzeit!

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So ist es im leben

da guckt man eben

nach einer zahl

und hat die wahl

überrascht, gekränkt oder erfreut zu sein

die spannung steigt

ein geiger geigt

die tuscher machen sich für einen tusch bereit

verzeiht mir bitte diesen überschwang,

das ist nur selten, meiner vernunft sei dank

achtundneunzig sind es heute

eine große mich verfolgende Meute

danke, danke, Ihr lieben leute

so kurz vor hundert

bin ich erfreutverwundert

wie wird das schön

die hundert bald zu sehn

ich kann es kaum erwarten

und gehe erst mal in den garten

macht es gut und bleibt gesund

ich freue mich so , dass Ihr da seid!

 

Heute lese ich………

Heute lese ich: Lois Lowry, Hüter der Erinnerung, 1993
Ich bin auf diesen Roman durch den Kinofilm „Hüter der Erinnerung-The Giver“ 2014, aufmerksam geworden. Der Film war schon toll, aber der Roman zog mich völlig in seinen Bann. Nun weiß ich mal wieder, was „Bücher verschlingen“ bedeutet.
So sieht die perfekte Welt aus: Jonas wächst in einer Lebensgemeinschaft auf, in der es keine freien Entscheidungen gibt. Niemand muss etwas planen oder überlegen. Jeder kennt die Regeln und kann nichts verkehrt machen. Es ist selbstverständlich, dass sie unter ständiger Beobachtung stehen und öffentlich über Lautsprecher ermahnt werden, sobald ihr Verhalten abweicht. So sind sie alle in Sicherheit. Medikamente stellen Gefühle und Schmerzen ruhig. Alles ist immer gut.

Babys werden von Gebärerinnen in die Welt gesetzt und wachsen in der ersten Zeit gemeinsam auf. Kinder, die sich nicht so entwickeln, wie sie sollten, werden freigegeben. Die anderen bekommen „Eltern“, die ein Kind  beantragt haben. Die Erziehung ist bis ins kleinste geplant und für alle gültig. Wer besonders ist, wird bestraft und gezüchtigt. Nach dem dritten Mal wird er freigegeben. Jedes Paar zieht einen Jungen und ein Mädchen groß. Wenn die Kinder erwachsen  sind, leben die „Eltern“  im Haus der kinderlosen Erwachsenen, solange sie noch für die Gemeinschaft nützlich sind. Später werden sie ins Zentrum der Alten überstellt, wo sie dann eines Tages ihre Abschiedsfeier bekommen und freigegeben werden. Jonas stellt sich vor, dass freigegebene Menschen in Anderswo gemütlich weiterleben. In seiner Ausbildung erfährt er die Wahrheit, die er vorher nicht wahrnehmen konnte. Er kannte ja keine Schmerzen, keine Krankheiten und wusste nichts vom Tod.

Das Ende des Buches ist, im Gegensatz zum Film, offen. Ich weiß nicht, was wirklich mit Jonas geschehen ist und wie es in der Lebensgemeinschaft weitergeht.

Mich bewegt der Roman sehr. Eine perfekte  Welt ohne Kummer und Schmerzen kann es nicht geben, denn ohne sie gibt es auch keine Freude und Liebe. Das wissen wir. Und jetzt bin ich richtig froh darüber!

Zu diesem Thema passt auch besonders gut der Film  Pleasantville

Es beteiligen sich bei „Heute lese ich …“ auch:

   (als Erfinderin)
Michaela von Buecherlogie

und Mein Name sei Mama

und Veronika von vrojongliert
und Tarlucy

 

Männer, die auf Tiere starren

Dieses tolle Gedicht wurde für mich geschrieben:
Warst du auch nicht 9 Monate im Bauch,

zwei Arme und Beine hast du auch.

Am Kopf, da findet man kein einziges Haar.

dafür kannst du springen, das ist wahr.

Misi heißt du, welch klingender Name,

du wohnst bei einer ganz entzückenden Dame.

Du schläfst von Anfang an schon durch,

herzlich willkommen, lieber Lurch!

Mehr von mir und Clooney und Babys könnt Ihr hier lesen.

Danke DEINNAMESEIMAMA! Misi (glücklicher Frosch)

Mein Name Sei MAMA

George Clooney tat es. Er war Teil einer Elite-Truppe, extra dafür ausgebildet. Und nun tut es auch Misi, der bloggende Frosch, der bei Frau Holle wohnt. Ich nehme zwar an, dass Misi kein Geheimagent mit Superkräften ist, aber dafür ist er mindestens so fotogen wie der Hollywood-Beau, der nun schon einige Zeit unter der Haube ist.

*kurze Gedenkminute für alle Clooney-Fans: Ja, er ist vom Markt und ja, er scheint glücklich mit seiner wunderschönen, super erfolgreichen, moralisch genauso wie rundum perfekten Frau zu sein. C’est la vie der Schönen und Reichen*

Aber dieser Beitrag soll ja nicht von Clooney handeln. Wo kämen wir denn da hin? Aus dem Schwärmen jedenfalls nicht heraus. Aber immerhin bekommen die beiden bald ein Baby, ach, was sag ich! Zwei sogar! Die geben sich aber auch nie mit einfachen Dingen zufrieden, die Hollywoodstars. Damit sind wir aber auch schon in medias res:

Heute…

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Misi stellt sich

Misi stellt sich

Hallo Leute, gestern war Notsitzung. Frau Holle trug mich nach draußen. Dr. Schreckweg gibt nur Freilufttherapie.

Ich sollte mich entspannen. Entgelben sozusagen. Laaaaagsam einatmen, halten, ausatmen. 10 mal. Dann sollte ich an meinen wunderbaren Körper denken und mich bei ihm bedanken. Hä? Dann sollte ich meine Schenkel anspannen und entspannen. 10 mal. Dann sollte ich in meinen großen Zeh beißen…..

Herr Dr. Schreckweg legte mir die Hand auf den Kopf…….Was? Frau Holle sagt, er hat keine Hände, ich soll doch bei der Wahrheit bleiben. Das mit der Hand ist meine gefühlte Wahrheit. Also, er legte mir die Hand auf den Kopf und fragte, worüber ich mich gerade freue. Freuen? Was soll denn diese blöde Frage? Ist er noch ganz bei Sinnen? Ich bin in Angst und Schrecken gefangen. „Das ist nur ein Symptom“, sagte mein Therapeut. „Früher haben dich die Störche doch kalt gelassen. Jetzt bist du überfordert und die Nerven müssen sich beruhigen. Dann wird´s wieder. Also, worüber freust du dich?“  Ich wollte nicht antworten, aber ich musste. Das ist so in der Therapie.  „Wenn ich mich freuen würde, würde ich mich darüber freuen, dass die anderen Frösche wieder da sind. Dass ich mit Frau Holle zum Qi Gong darf, dass ich einen Job gefunden habe und eine Eingliederung mache. Dass ich fotografieren darf.“ Herr Dr. Schreckweg wirkte zufrieden und machte mich darauf aufmerksam, dass ich schon wieder grüne Flecken bekam. Ich hätte mich von der Angst abgelenkt und das sei gut so.

Er fragte, wie ich vor meinem Burnout mit den Störchen zurechtkam. „Sie waren mir egal. Ich wollte ihren Hals verknoten, wenn sie mir zu nahe kommen sollten. Ich passte auf, dass mir keiner zu nahe kam. Ich habe mich versteckt oder totgestellt und schämte mich. Männer verstecken sich nicht und totstellen ist total feige.“ Herr Dr. Schreckweg sagte, er versteckt sich auch, wenn es nötig ist. „Und manchmal ist es nötig, wenn man am Ende der Nahrungskette steht, glaube mir, Misi!“ Ich staunte.

Er sprach lange mit Frau Holle und mir über die Situation. Ich soll weiter Fotos vom Storch ansehen. Ich soll in der nächsten Woche nicht alleine abhängen. Wir sollen uns überlegen, wie ich mich bei der Arbeit schützen kann, die Störche sind doch recht nah. Ich soll andere Frösche treffen und nicht an die Störche denken (Ups, schon wieder gelb, wenn mir diese Monster in den Sinn kommen). Das macht nichts, mein Therapeut meint, alles braucht seine Zeit und ich soll keine langen Sprünge machen, sondern Babyschritte. Mich nicht überfordern und wir sehen uns nächste Woche.

Frau Holle zeigt mir jetzt täglich Fotos vom Storch. Ich sehe sie mir so lange an, bis ich anfange gelb zu erstarren. Dann atme ich tiiiiiiiiiief ein und aus und denke an meinen wunderbaren Körper.

Ich frage Frau Holle, ob sie die Störche nicht auch doof findet. Sie sagt nein. Ich frage, auf welche Seite sie eigentlich steht. „Misi, ich finde dich toll und ich liebe dich und ich mag die Störche und freue mich über sie. Das musst Du akzeptieren.“ Muss ich? Kann sie sich nicht einmal auf meine Seite schlagen und die Störche abschießen? Sie sagt: „Nein. Wir müssen andere Lösungen finden.“