Ich konnte nicht wieder einschlafen. Furchtbar. Nein, heute ist es egal. Früher war es furchtbar, wenn ich um 4.00 Uhr aufwachte und nicht wieder einschlafen konnte. Um 6.00 Uhr war Aufstehen angesagt. Heute ist es egal. Ich kann ohne Stress aufwachen und nicht wieder einschlafen wann ich will. Rentnerinnenleben eben.

Also heute konnte ich mal wieder nicht einschlafen. Um 4.30 Uhr las ich in meinem Buch, stand dann auf und kramte im Arbeitszimmer herum. Ich bereitete ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin vor. Ich sortierte Murmeln und Muscheln. Ich ging in den Garten und hörte den Vögeln zu. Es wurde hell. Ich zog Hose und Jacke über den Schlafanzug, Strümpfe und Schuhe über die Füße.

Uhrzeit wird überschätzt. Prima. Heute mache ich einmal alles ganz anders als sonst und fahre schrecklich früh mit dem Fahrrad los. Nein, heute ist es ja gar nicht mehr schrecklich. Es ist nur anders. Fast wie Urlaub. Leider kein Sonnenaufgang, weil naturtrüber Tag. Aber den Vögeln ist das egal. Mir auch und ich genieße die Müdigkeit weg. Mein Weg wirkt um diese Frühtageszeit frisch und neu. Keine Autos, keine Menschen. Dafür jede Menge Rehe und Hasen. Die sind irritiert. Sie bleiben stehen (Rehe) oder sitzen (Hasen) und wissen nicht, was zu tun ist. Ein Reh läuft unschlüssig hin und her, das andere guckt zu. Lustig. Ich halte nicht an, denn ich habe keinen Fotoapparat dabei. Ich radle und gucke und höre und denke. Ein Fasan schimpft und Gänse queren den Himmel.

Ich fahre durch die kleine, stille Stadt. Eine Zeitungsfrau ist schon unterwegs. Sie grüßt mich wie eine alte Bekannte, ich habe sie noch nie gesehen, grüße aber begeistert zurück. Ein Bäcker hat auf, aber ich kein Geld dabei. Die Störche sind nicht in ihrem Nest. Erste Autos fahren zur Arbeit. Ein Nachbar steht an der Straßenecke und wartet auf seine Mitfahrgelegenheit. Er lacht mich an. Ich fahre nach Hause, parke mein Rad, hole die Zeitung aus dem Briefkasten, gehe rein, nehme meine Tabletten, mache mir einen Kaffee und steige mit ihm und der Zeitung wieder ins Bett.

Etwas später entschließe  ich mich, nun doch nicht wieder einzuschlafen, sondern richtig aufzustehen. Duschen, anziehen, einkaufen und um 9.00 Uhr ist alles fertig, sogar das Auto ist betankt und ich gucke verdutzt. Was war das denn? Ganz gegen meine Gewohnheit das alles. Sollte ich vielleicht öfter machen.

Und gleich mache ich ein Nickerchen……

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10 Gedanken zu “Ganz anders

  1. ….ich genieße die Müdigkeit weg. Herrlich 🙂 Es tut so gut mal aus der Routine auszubrechen. Vielleicht mache ich morgen auch mal alles verkehrt rum, am besten ziehe ich auch meine Klamotten links rum an, das ist dann richtig rebellisch 😀 Vielen Dank liebe Regine für das mal Ganz anders sein ♥

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