Heute lese ich….

Mark Haddon: Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone, 2006

Mark Haddon arbeitete nach dem Studium sechs Jahre lang mit körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen. „Supergute Tage“ ist eines von 15 Kinderbüchern, wurde zum internationalen Erfolg und erscheint in 24 Ländern.

Während meiner beruflichen Laufbahn lernte ich einige autistische Kinder kennen, die alle individuell und kreativ in einer Welt lebten, in die ich mich nur sehr schwer und manchmal auch sehr wenig einfühlen konnte. Diese Kinder waren und blieben mir alle ein Rätsel, auch wenn wir uns miteinander arrangierten. Meistens jedenfalls. Wir hatten es nicht immer leicht. Ich freute mich damals sehr, einen Roman zu finden, der mir einen kleinen Einblick in das Erleben aus der Sicht eines Autisten etwas näher bringt. Nun lese ich den Roman zum zweiten Mal und bin immer noch begeistert.

Christopher muss seine Mitmenschen verstehen und sich ihr unverständliches und aus seiner Sicht unlogisches Verhalten „übersetzen“, um sich so gut es geht sozial anzupassen. Er stellt sich diesen täglichen Herausforderungen, ist aber damit oft rettungslos überfordert. Er braucht Pläne, feste Strukturen, seine Uhr, die gewohnte Umgebung und Ordnung, damit ihm das gelingen kann.

Christopher Boone erzählt, wie er den toten Hund fand und wie radikal sich sein Leben daraufhin änderte. Im Roman wechseln sich Erinnerungen, aktuelles Geschehen, mathematische Probleme und Lösungen, Zeichnungen und Skizzen ab. Er hat mich in eine altbekannte und doch so fremde Welt entführt. Mark Haddon gelang es meiner Meinung nach hervorragend, sich in die Perspektive des Christopher Boone hineinzuversetzen. Die Geschichte ist spannend, traurig und lustig zugleich. Absolut lesenswert, finde ich.

PS: Ich brauchte eine Weile um zu erkennen, warum die Kapitel mit 2, 3, 5, 7…. durchnummeriert wurden.

Es beteiligen sich bei „Heute lese ich …“ auch:

   (als Erfinderin)
Michaela von Buecherlogie

und Mein Name sei Mama

und Veronika von vrojongliert
und Tarlucy

9 Gedanken zu “Heute lese ich….

  1. Dieses Buch war mein 3. Hörbuch in Englisch. Als Kapitel 5 begann habe ich nachgesehen, ob ich 4 verpasst hatte. und hörte noch mal die Anfänge an. 2, 3, 5, 7 und erkannte die Primzahlen. Danach habe ich aber nicht mehr auf die Kapizelzahlen geachtet, weil ich den Inhalt spannender fand.

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    1. Mir ging es beim Lesen auch so. Ich habe die seltsame Numerierung erst beim 5. Kapitel bemerkt und dann Kapitel 1 und 4 gesucht. Nachdem ich das Prinzip erkannte, schmunzelte ich und dann war es mir auch egal. Nun weiß ich aber, dass 1 keine Primzahl ist. Das Lernen hört nicht auf…….

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  2. Ein wirklich gutes Buch! Ich habe es vor einigen Jahren und sogar auf Englisch gelesen (obwohl mein Englisch von sehr fragwürdiger Qualität ist). Das wäre ein Buch, dass ich tatsächlich noch einmal (und in Übersetzung) lesen würde.

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