Manchmal oder gerade deswegen passiert es auch im Frühling: ich vermisse die Geborgenheit einer Familie. Ich bin traurig darüber, nirgends wirklich dazuzugehören. Ich habe keine Lust mehr, geschieden zu sein. Ich vermisse Nähe, Geborgenheit und Berührungen. Ich möchte gemeinsam, nicht einsam. Ich will keine alleinstehende ältliche Frau ohne Familienanhang sein.

Wenn ich mich diesen Gedanken hingebe, wird es schlimm.

Ich sage mir dann, es sind nur Gedanken. Ich lasse die Emotionen vorbeiziehen . Es ist so wie es ist und vielleicht ist es auch ganz anders. Es kommt auf die Wahrnehmung an. Die einsamen Momente gehen vorbei. Ich nehme meinen Fotoapparat und los geht es in die Natur. Ich lenke mich ab, ich finde schöne  Momente und halte sie fest. Ich gehöre zum Großen und Ganzen, ich bin ein Teil meiner Zeit und meiner Umgebung. Meine Gedanken und Taten nehmen Einfluss. Ich kann gelassen bleiben, auch wenn ich alleine bin.

Dann geht es mir wieder gut. Dann genieße ich mein Zusammensein mit Freundinnen. Dann melden sich die Kinder und es gibt Pläne für Besuche. Dann kann ich mich auf den Urlaub mit den vier mutigen anderen Frauen in Dänemark freuen. Dann gibt es Gesellschaft genug. Und jetzt genieße ich mein Alleinsein mitten im Frühling.

So, und jetzt zeige ich  Euch meine Mutmachfotos vom Wochenende:

30 Gedanken zu “So wie es ist

  1. Sehr schöne Fotos liebe Regine. Das Gefühl nirgends dazu zu gehören kenne ich auch. Deshalb kann ich deine Gedanken hierzu sehr gut verstehen. Umso wichtiger ist es Freundschaften aufrecht zu erhalten und hier Unternehmungen zu planen und durchzuführen. Solche Freundschaften geben sehr viel und sind wichtig.
    Herzliche Frühlingsgrüße
    von Ulrike

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    1. So ist es, liebe Ulrike. Freundschaften gelingen mir auch gut. Was manchmal schwierig ist, ist die Differenz zwischen meiner Wunschfamilie und der Realfamilie. Aber auch das hängt von der Pespektive ab. Es ist wie es ist und meistens ist es auch gut so. Nur manchmal…….

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  2. Die Fotos sind wirklich schön. 🙂

    Ich würde sagen, es ist normal, sich manchmal einsam zu fühlen. Das dürfte fast jeder mal kennen. Aber dann sollte man an all die Menschen denken, mit denen man regelmäßig(er) Zeit verbringt, die einen anrufen, mit denen man was erlebt – so wie du es machst. Und dann sieht man wieder, was man alles hat. 🙂

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    1. Natürlich ist es ein Gefühl, welches wohl in uns allen steckt. Es ist nicht angenehm und ich wollte es am liebsten nicht haben. Manchmal arbeitete ich hart daran, mich abzulenken und es nicht zu bemerken. Manchmal ließ ich mich fallen und blieb darin stecken, bis ich sauer auf alle und alles war. Heute bin ich nicht mehr ausgeliefert, kann die Einsamkeit kurz wahrnehmen und dann das machen, was Du beschreibst. Das vereinfacht mein Leben ungemein! Liebe Grüße! Regine

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      1. Da ist es von Vorteil, seine Erfahrungen gemacht und daraus seine Strategien entwickelt zu haben.

        Ich gehe am Wochenende übrigens vielleicht auch mal wieder fotografieren. 🙂

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  3. Und all das hat mit unserem SELBST zu tun….wie wir Dinge wahrnehmen….wie wir sie bewerten….was wir daraus machen mit dem was wir in Händen halten…feiner Denkanstoß 😊

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  4. Das schöne ist ja das man sich seine Freunde aussuchen kann, mit der Wunschfamilie ist das ja so eine Sache… Lass uns heute mal gemeinsam einsam sein, dann ist es nicht so schwer liebe Regine. Deine Fotos sind ganz wunderbar, und machen wirklich Mut. Ganz liebe Herzensgrüße von mir zu dir ♥♥♥ Michi

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    1. Liebe Michi, gemeinsam einsam ist doch klasse! Ich danke für die Herzensgrüße und freue mich darüber sehr. Plubb…..schon ist die Einsamkeit ganz leicht geworden. Vielleicht forsche ich bei Gelegenheit mal nach, was sie mir eigentlich sagen will. Ich schicke Grüße in allen Regenbogenfarben zurück! Regine

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  5. Schöne Fotos, liebe Regine. Ich glaube, solche Gedanken kommen im Frühling besonders gern hoch, wenn der Partner an der Seite fehlt, mit dem man das teilen kann. Doch du bist nicht allein, jede Begegnung mit anderen – Kindern, Freundinnen und Freunden – kann sehr wertvoll sein.

    Lieben Gruß
    Anna-Lena

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    1. Liebe Anna-Lena, jede Begegnung kann wertvoll sein, das empfinde ich genauso. Das Gefühl, allein zu sein (manchmal auch wenn ich von Menschen umgeben bin) begleitet mich schon mein ganzes Leben. Jetzt glaube ich ihm einfach nicht mehr, nehme es nicht so ernst. Ja, manchmal ist es traurig, keinen Lebenspartner zu haben, aber manchmal war es auch traurig, als ich einen hatte.
      Herzliche Grüße! Regine

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    1. Ja liebe Sandra, das glaube ich Dir gerne. Dieses Gefühl überrennt mich schon mein Leben lang, auch als ich verheiratet war. Nicht immer, aber immer mal wieder. Es ist ziemlich hartnäckig. Jetzt lerne ich, den Gedanken vorbeiziehen zu lassen. Ihn nicht so ernst zu nehmen. Ich habe lange üben müssen…..Nun schicke ich Dir eine herzliche Umarmung zurück! Regine

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  6. Ja liebe Regine,
    da hast Du natürlich ein ernstes Thema angesprochen das ich mich auch ein bisschen bewegt..😉
    Es ist glaube ich auch so, das es, heutzutage immer mehr Menschen , vor allem ab dem mittleren Lebensabschitt betrifft.
    Menschen möchten natürlich und müssen auch irgendwo dazugehören. Aber wenn man noch nicht einmal jemanden hat dem man etwas bedeutet, dann wird es schwierig und führt schlimmstenfalls zur Selbstaufgabe.

    Lg.., Martin.

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    1. Hallo Nitram, danke für die lieben Worte. Manchmal überlege ich, ob das Alleinewohnen gut für mich ist oder ob ich mich nach einer anderen Wohnform umsehen will. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Aber meistens geht es mir so gut wie nie zuvor. Ich bin zufrieden und dankbar. Meine Kinder und meine Freunde sind für mich da, wenn ich „Laut gebe“. Ich hatte schon immer das Gefühl, ich gehöre nicht dazu, auch wenn um mich herum ganz viele Menschen waren, die mich mochten. Heute weiß ich, es ist nur ein Gefühl, ein Gedanke. Ich halte ihn nicht mehr fest. Das wollte ich in meinem Text ausdrücken. Hier auf dem Land leben noch viele Familien mit mehreren Generationen zusammen. Früher wollte ich nie so leben, heute finde ich diese Lebensform ganz gut. Alles eine Frage der Perspektive…… Liebe Grüße und heute wünsche ich schon mal ein schönes Wochenende! Regine

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  7. Das Gefühl, nirgends richtig dazuzugehören, zieht sich wie ein roter Faden auch durch mein Leben – eigentlich von Geburt an, wenn ich es bedenke. Interessanterweise hörte ich gestern ein Podcast-Hörspiel, in dem genau dieses Thema auch gestreift wurde: eine Frau, die sich in jede nur erdenkliche Schlange stellte, um einfach mal dazuzugehören. Ihre Tochter, die mit der Mutter gebrochen hatte, deren Lebensthema aber das gleiche ist – die als Kindermädchen bei einer Familie denkt, sie sei endlich angekommen, sie würde nun dazugehören, obwohl die Familie bereits ihren Umzug nach Kalifornien plant – ohne sie.
    Ein schöner, nachdenklicher Text von Dir, und wundervolle Bilder.
    Ich wünsche Dir einen erfüllten und erfüllenden Frühlingstag!
    Agnes

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    1. Hallo Agnes, ich danke Dir für Deine liebevolle Rückmeldung. Das Hörspiel würde mich interessieren, welcher Podcast war das?
      In einer systemischen Aufstellung erkannte ich vor einiger Zeit (in Ansätzen) den Ursprung des Gefühls, nicht dazuzugehören. Außerdem wurde mir bewusst, wie sehr ich daran glaube, dass es den anderen ohne mich viel besser gehen würde. Beides gehört zusammen und ist für mich jetzt erklärbar. Ich werde das wohl nie ganz loswerden, aber ich kann gut damit umgehen, wenn ich mir bewusst mache, dass es nur Gedanken sind, die wenig mit der Realität der anderen zu tun haben. Anstrengend bleibt es manchmal trotzdem.
      Ich wünsche Dir einen schönen Frühling mit vielen schönen Momenten! Regine

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      1. Liebe Regine,
        ich habe das Hörspiel im Podcast von SWR2 Tandem gefunden (da gibt es auch viele interessante Features und Interviews), es heißt „Tabor Süden und die verschwundenen Frauen“, vom Februar diesen Jahres. Es ist kein Happy-End-und-alles-ist-gut-Hörspiel, aber wirkte auf mich zum Glück nicht depressionsverstärkend.
        Auch Dir noch einen herrlichen Frühsommertag!
        Liebe Grüße
        Agnes

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  8. Ach, dieses dumme Gefühl kenne ich auch. Man kann sich versuchen, die schönen Dinge aufzuzählen, aber es hilft nur rational. Und dann hebt die Stimmung durch etwas Kleines und man kann wieder tanzen… aber ich kann es nicht erzwingen… leider.
    Herzlich. Priska

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    1. Hallo Priska, nein, erzwingen lassen sich diese Dinge nie. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir besser geht, wenn ich miese Stimmungen und Bauchdruck nicht so ernst nehme, mich davon ablenke und für angenehmere Gefühle offen bin. Das Abtauchen in die dummen Gefühle und mit dem Verstand nach Lösungen suchen, hilft nicht weiter. Ich weiß heute auch, dass es nicht schlimm ist, traurig, wütend oder einsam zu sein. Das alles hat ja auch seine Berechtigung. Liebe gefühlvolle Wochenendgrüße! Regine

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