Wieder ein Wochenende in der Lernscheune. Hegel war das Thema. Der hat ja Bücher geschrieben, die noch keiner vollständig gelesen hat, weil sie so schwer zu verstehen sind. Ja.

Ich will die ersten winzigen Hegel-Eindrücke, die ich gewonnen habe, auch gar nicht weiter ausführen. Oder nur ein ganz klein bißchen. Zu groß ist die Gefahr, mich zu überheben. Ich hörte gut zu. Meine Gefühle fuhren Achterbahn und ich lernte. Meine Gedanken schweiften oft ab, kehrten aber immer wieder zurück. Ich genoss es mit allen Sinnen, ein Teil der vertrauten Gruppe zu sein. Hier herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre, die ich im Alltag so nicht kenne. So schön, das gemeinsame Denken und Diskutieren.

Unser Dozent gab eine kleine Einführung, die ich gut verstehen konnte. Ein paar Happen Original-Hegel zu lesen war schon schwieriger. Ich werde mich lieber an Interpretationen halten, wenn ich weiter einsteigen will.

Einiges kam mir bekannt vor, einiges habe ich auch schon gedacht. Einiges wurde bestätigt. Und einiges war einfach nur schön zu hören und zu denken.

Von Innen nach Außen und von Außen nach Innen. So habe ich es in meinem Blog geschrieben. Ich dachte damals daran, dass alles, was ich von außen wahrnehme, in mein Inneres dringt. Vielleicht nehme ich es nur wahr, weil ich es Innen schon habe. Ich gebe aus dem Innen auch immer etwas an die Umwelt ab. Es bedingt sich, ist ein ewiges Wechselspiel. Am Wochenende habe ich von ähnlichen Gedanken gehört.

Tag ist ohne Nacht nicht denkbar. Schwarz nicht ohne weiß und gut nicht ohne schlecht. Alles gehört zusammen. Ist ein großes Ganzes. Nicht voneinander zu trennen. Ja, das kennen wir. In diese Gedankengänge stiegen wir ein, arbeiteten uns Schicht für Schicht vor und füllten sie mit Beispielen.

Eindrucksvoll die drei Bedeutungen von „aufheben“. Ein Gedanke soll erst einmal gedacht werden. Dann wird er danach untersucht, welche Aspekte aufgehoben (im Sinne von negieren) werden sollen. Die anderen Aspekte werden aufgehoben (im Sinne von bewahren) und noch einmal aufgehoben (im Sinne von auf eine höhere Stufe heben).

Oder so.

Nicht für die Schule, Ausbildung und den Beruf zu lernen, sondern einfach nur aus Spaß an der Freude, das ist mein großer Luxus und etwas ganz besonderes. Die anderen empfinden es auch so. Das sah ich ihnen am Wochenende immer wieder an. Am Ende äußerten einige, dass sie ganz glücklich nach Hause gehen. Ich träume nach diesen philosophischen Wochenenden meist sehr intensiv. Ein Zeichen für mich, dass mein Innerstes erreicht wurde, dass es in mir arbeitet, dass sich etwas verändert und etwas Neues hinzugekommen ist.

Das war´s dann für dieses Jahr mit der Philosophie. Im nächsten Jahr geht es weiter.

Ich fühle mich heute entspannt und ich gehe wie auf Wolken. Wenn alles zusammengehört, wird sich auch alles fügen. Egal, welche Entscheidungen ich treffe. Egal, welches Puzzle ich lege. Egal, wann ich was mache. Egal, welchen Weg ich einschlage und welches Fortbewegungsmittel ich wähle. Hauptsache, ich bewege mich, egal in welchem Tempo. Und wenn ich die Verantwortung für mein Tun übernehme, dann ist alles gut.

So einfach ist das! Ist das so?

6 Gedanken zu “Hegel

  1. Immer vorwärts im Leben, möglichst im eigenen Tempo, und nie die Neugier auf’s Leben verlieren….das gefällt mir….

    Ich persönlich bin mir sicher das alles was man tut die Vorbereitung auf zukünftiges ist..

    Beim lesen Deines Beitrags kam mir das „Netz“ von Werner von Bergengrün in den Sinn….http://www.vbg.net/uploads/media/Bergengruen_Netz.pdf ….ein schönes Bild für Vertrauen das Dinge zusammengehören und das man darauf vertrauen darf das Dinge sich fügen…und das die Netze, die uns auffangen, meistens schon für uns gewebt sind noch bevor wir selbst es ahnen….

    Gefällt 2 Personen

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