„Qi-Gong für Frösche“ soll entspannen. Im Programm steht: Die leicht zu erlernenden Bewegungen führen im besten Fall zu wirkunsvollem Stressabbau, mehr Körperspannung und Körperbewusstsein bei gleichzeitig gezielter Entspannung der Nacken- und Rückenregion. Durch die langsamen und sehr bewusst durchgeführten Übungen wird der Geist beruhigt und die innere Ausgeglichenheit wird zuverlässiger.“

Ich ging also tatsächlich hin, obwohl ich mich fragte, welchen Stress ich abbauen sollte und was mit meinem Nacken und Rücken nicht in Ordnung sein sollte. Außerdem stellte ich es mir sehr schwer vor, langsam und bewusst in die Höhe zu springen. Und welchen Geist sollte ich beruhigen?  Und was ist innere Ausgeglichenheit? Wer braucht denn so was? Störche vielleicht, weil die sonst ihren Kopf auf dem langen Hals nicht halten können, oder?

Werde ich in der Luft schweben müssen? Langsam und zierlich? Zierlicher jedenfalls als Frau Holle? Die schwebt natürlich nicht in der Luft. Die kommt gar nicht erst hoch und bleibt hübsch auf dem Boden. Ihre Schenkel sind eben keine herrlichen Sprungschenkel, sondern eher Sitzschenkel. Darum macht sie jeden Morgen ihr Yoga auf dem Stuhl. Zum Piepen.

So. Was glaubt ihr wohl, was mich erwartete? Kein einziger Frosch dabei, nur lauter Froschweibchen. Alte und junge. Hübsch gekleidet mit Stulpen an Armen und Beinen. Und ich als nackter Kerl dazwischen. Puh. Wie sollte sich da ein eventuell vorhandener Geist beruhigen?  Es kicherte und brabbelte um mich herum und zaghaft, so von unten nach oben, guckte ich mir diese holde Weiblichkeit an. Bin ja jetzt ungebunden. Brauche mir nur eine auszusuchen. Ich hoffte auf Partnerübungen.

Wir sollten uns im Raum bewegen, Schenkel und Vorderbeine strecken und drehen und springen und Storchengang (argh!!!) und bücken und rechten Schenkel heben, linken Schenkel heben, Nase rümpfen und Ohren massieren. Hektisch suchte ich meine Ohren. Leute, ich habe keine! Auch die weiteren Übungen entspannten mich nicht! Im Gegenteil. Ich fing an zu schwitzen. Schwitzende Frösche, meine Güte, wie ist das peinlich. Wäre ich doch bloß zum Frogpainting gegangen! Aber nein, ich musste es ja unbedingt Frau Holle gleichtun.

Wir standen im Kreis, die Mädels waren gut drauf und kannten das alles schon und ich als harter Kerl flog erst mal auf die Nase, als ich den „einbeinigen Kranich dreht sich nach rechts und links“ nachmachen wollte. Rosarot lief ich an, als ich mich aufrappelte. Die Weiber richteten derweil ihre Stulpen zurecht und puderten sich die entzückenden Näschen. Es dauerte ja eine Weile, bis ich meine Schenkel wieder entknoten konnte, weil ich vergessen hatte, immer wieder die Richtung zu ändern. Ich drehte mich immer weiter nach links ohne in die Mitte zurückzukommen. Peinlich, peinlich. Storchenhals knoten war reine Schikane. Schritt rechts, also das andere Rechts, vorbeugen, Arme heben, linke Hand unten, rechte Hand oben, nein, das andere Rechts…ach, ich weiß auch nicht mehr. Nächsten Mal mache ich mir ein Bändchen um mein rechtes Vorderbeinchen.

Und dann macht sich Frau Holle auch noch lustig über mich. Schreibt in ihrem Blog etwas von Qi-Gong für Insekten. Spinnen springen und so. Und eine Pflanze auf dem Balkon meint dazu, ich würde auf Konkurrenz nicht gut zu sprechen sein. Hä? Meinetwegen sollen sich doch die Fliegen  ihre vielen Beine verrenken und die Flügel verknoten. Dann erwische ich sie leichter. Entspannte Fliegen schmecken sicher leckerer.

So Leute, nächstes Mal ziehe ich mir auch was an und eine Kleine habe ich schon im Auge. Die kann so nett ihr Köpfchen drehen und mit den Wimpern klimpern. Brauchen Frösche Wimpern? Wozu? Sieht aber froschmäßig süß aus!

13 Gedanken zu “Misi entspannt sich nicht

      1. verflixt, zu früh gedrückt. Also: mit Schleifchen dran ? Naja, daß mit den Wimpern mußt du selber wissen. Vielleicht gibts ja noch ein anderes neckisches Accessoire 🙂 Sonnige Grüße !!

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