Heute lese ich……..

Ich schließe mich dem  „Heute lese ich…“ an. Mal sehen, ob ich es wirklich jede Woche schaffe, einen Beitrag zu schreiben.

 

Zur Zeit lese ich: Blackout. Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg, 2012

Inhalt (laut Buch): Als an einem kalten Februartag in Italien das Licht ausgeht, wird im eng verzahnten europäischen Stromnetz eine verheerende Kettenreaktion ausgelöst: Auf dem ganzen Kontinent schalten sich Kraftwerke ab, Fahrstühle bleiben stehen, U-Bahnen stecken fest. Und der Strom geht nicht mehr an….

Daraufhin untersucht der Informatiker Piero Manzano seinen Smart Meter, einen intelligenten Stromzähler, der in allen Haushalten Italiens installiert ist, und entdeckt, dass das Gerät manipuliert wurde. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die zuständigen Behörden zu alarmieren, gelingt es ihm endlich, sich beim Europol-Kommissar Bollard Gehör zu verschaffen.

Bald steht eins fest: Die Stromnetze Europas werden angegriffen. Obwohl die Öffentlichkeit über die wahre Ursache noch nicht informiert werden soll, sickern die ersten Meldungen durch. Die Folge: Hamsterkäufe, Plünderungen und Massenunruhen.

Als in Manzanos Laptop dubiose E-Mails entdeckt werden, die ihn mit den Angreifern in Verbindung bringen, wird er selbst zum Gejagten. Inzwischen stehen mehrere europäische Kernkraftwerke vor der Havarie, Millionen von Menschen sind in Gefahr. Für alle beginnt ein Wettlauf mit der Zeit….

„Das Buch wurde von „Bild der Wissenschaft“ zum spannendsten Wissensbuch des Jahres 2012 gekürt. Elsberg flicht vier Handlungsfäden zu einem atemberaubenden Spannungsstrang zusammen.“ Was auf dem Buchdeckel zu lesen ist, kann ich nur bestätigen. Der Roman ist eine Fiktion, aber so glaubwürdig recherchiert, dass es sich wie ein Sachbuch liest und damit das Wissen auffrischt und erweitert. Elsberg schreibt dazu in seinem Nachwort: „Während meiner Arbeit an dem Manuskript wurde meine Phantasie mehrmals von der Realität eingeholt. So sah mein erster Entwurf 2009 die Manipulation der SCADA-Systeme von Kraftwerken vor. Zu diesem Zeitpunkt hielten selbst Fachkreise diese Möglichkeit für kaum umsetzbar oder gänzlich abwegig – bis 2010 Stuxnet entdeckt wurde. Ähnlich war es mit der Gefahr, die von den Notkühlsystemen der Kernkraftwerke ausgeht- bis zur Katastrophe von Fukushima.

Elsberg wechselt ständig zwischen den Protagonisten und Erzählperspektiven. Der Roman wird dadurch so spannend und ich kann oft schlecht aufhören zu lesen, weil ich unbedingt wissen will, wie es mit der Person X weitergeht. Aber vorher wird noch von Y und Z berichtet, bevor es man wieder bei X  landet. Ich liebe das!

Wer die Angreifer sind, erschließt sich mir noch nicht. Ich weiß nur aus den immer wiederkehrenden Kommentaren der Kommandozentrale, dass es um die Zerstörung der (kapitalistischen) Gesellschaft geht. Auf Seite 323 heißt es: „Kommandozentrale: Europa sollte nicht unbewohnbar werden. Im Gegenteil. Wir müssen die Sache abbrechen, argumentieren einige. Bevor noch Schlimmeres geschieht. Er war nicht der Meinung….Für einen Abbruch war es ohnehin zu spät…..Außerdem, sie hatten gewusst, dass es Opfer geben würde. Viele Opfer. Sie waren bereit gewesen, sie in Kauf zu nehmen. Jede Veränderung verlangte Opfer…..Jetzt aufzugeben hieße, wieder klein beizugeben. Wieder den anderen die Räume des Handelns und der Interpretation zu überlassen. Dieser Gesellschaft, die vom Geld besessen war und von Macht, von der Ordnung und der Produktivität und der Effizienz, vom Konsum, von der Unterhaltung und vom Ego und davon, wie sie möglichst viel von allem an sich reißen konnte. Für die Menschen nicht zählten, nur Profitmaximierung. Für die Gemeinschaft nur ein Kostenfaktor war. Umwelt eine Ressource.“

Das Buch passt  gut zu dem, was mich gerade umtreibt. Fährt die Menschheit die Welt wirklich an die Wand? Kann das noch aufgehalten werden? Ich weiß noch nicht, wie der Roman endet. Aber ich weiß, dass alles, was geschildert wird, Realität werden könnte. Die Möglichkeiten dazu sind vorhanden.

Trotzdem lasse ich mich nicht beirren und finde es richtig, mich an schönen Dingen und an der Natur zu erfreuen. Mein Leben so weit wie möglich zu genießen. Weiter zu lernen und mich zu informieren. Dazu gehört auch dieser Roman, den ich hiermit gerne weiter empfehle.

Dazu passt: Harald Welzer, Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit, 2016                 und irgendwie auch die erste Staffel der schwedischen Serie: Real Humans, Echte Menschen 

Inzwischen beteiligen sich bei „Heute lese ich …“ auch:                                                                                                                                  Michaela von Bücherlogie

Eine philosophische Zeitreise

Eine philosophische Zeitreise

Letztes Wochenende trafen wir uns mal wieder in der Lernscheune zum Philosophieren. Es ging es um die „Frankfurter Schule oder den Geist von ´68“. Viele von uns haben in den sechziger und siebziger Jahren studiert und kamen an Adorno, Horkheimer und Marcuse damals nicht vorbei. Folgerichtig erzählten wir erst einmal, wie wir diese Jahre erlebt haben. Das war vielleicht interessant! Jede(r) von uns wurde von dieser Zeit geprägt, egal, wie alt wir waren. Natürlich in ganz unterschiedlicher Weise, das ist klar.

Bekannterweise begehrte die Jugend in diesen Jahren  gegen die verkrusteten Strukturen der Nachkriegsjahre auf und entwickelte eine Gegenkultur. Sie kultivierte das Anderssein, gab ihrer Sehnsucht nach einer anderen, schöneren, besseren, freieren  Welt Ausdruck. Es gab weltweite Proteste gegen den Vietnamkrieg, Atombomben, Atomkraftwerke. Musik wurde so wichtig für uns. Noch heute kriege ich eine Gänsehaut bei meinen geliebten Oldies. Die Sexualität wurde befreit. Neue Lebensformen erfunden. Erziehung sollte abgeschafft werden. Grenzenloses Glück ohne Regeln und Herrscher schien in greifbarer Nähe. Zum theoretischen Gerüst trug unter anderem die Frankfurter Schule bei. Ja gut, ich weiß, das ist jetzt mal ganz verkürzt dargestellt.

Natürlich redete auch ich  damals von Adorno  und zitierte ihn in  meinen Arbeiten, aber wirklich gelesen habe ich ihn nie. Insofern wurde mein  Wissen am Wochenende etwas erweitert.

Während wir über einige Thesen diskutierten, schweiften meine Gedanken immer wieder ab und hielten sich in der Vergangenheit auf. Ich verstand plötzlich mein damaliges Dilemma, einerseits dazugehören zu wollen, aber wenig von dem zu verstehen, was vor sich ging und anderseits meinem Unvermögen, den Spagat zwischen einer „Braven Tochter“ (erst mit 21 mündig!) und einer „Emanzipierten Jungen Frau“ hinzubekommen.

Viele von uns dachten damals ernsthaft, dass sich alles positiv verändern wird, wenn wir uns erst einmal durchsetzen und unser Wissen umsetzen könnten.  Wir waren absolut davon überzeugt, die Wahrheit gepachtet zu haben. Wir dachten, klüger als unsere Eltern zu sein und später automatisch alles richtig zu machen. Kapitalismus ist schuld und wir würden ihn abschaffen…..und so weiter. Wenn ich das so schreibe, ist mir bewusst, dass ich hauptsächlich von einem Teil der politisch aktiven Studenten spreche, nicht für meine gesamte Generation.

Die Frage der Gewalt und Gegengewalt wurde in unserer kühlen Lernscheune heiß diskutiert. Kann Gewalt gut und nötig sein? Wann ist Gewalt eine Gegengewalt? Jeder sagt doch, ich übe Gewalt aus, weil (Grund) mich dazu zwingt. Wird sich an gesellschaftlichen Verhältnissen nur etwas ändern, wenn wir mit Gewalt alte Strukturen auflösen?

Wir kamen zu dem Ergebnis, dass viele der damaligen Themen heute immer noch hochaktuell sind und wir die Welt nicht verbessert haben. Die Globalisierung ist weiter fortgeschritten. Technik, die wir uns nie vorstellen konnten, brachte neue Probleme, Fragen und Gefahren mit sich. Aus vielen Studenten von damals sind heute meist gut verdienende Akademiker geworden, die es sich sehr gemütlich im Kapitalismus eingerichtet haben. Wir waren auf dem Holzweg mit der Erziehung ohne Grenzen. Den Frauen ging es meist im wilden Durcheinander der freien Sexualität  nicht wirklich besser und sie mussten sich in der Frauenbewegung noch einiges erkämpfen. Nun sind wir wohl ganz gut aufgestellt, denke ich. Dass mein Sohn in  allgemeinen Ansprachen als Erzieherin angesprochen wird, scheint ihn nicht weiter zu stören. Mich schon.

Wir gingen mit guten Gefühlen auseinander, auch wenn es die Themen eigentlich nicht hergaben. Dazu Adorno: Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin,  weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen ( Minima Moralia). In diesem Sinne freue ich mich auf den November, dann ist Hegel dran. Ja, der Hegel ist gemeint, den keiner versteht. Bin schon gespannt!

Braves Mädchen

Braves Mädchen

Es kann vorkommen, dass ein Mensch nur wenig Kontakt zum Selbstbewusstsein hat. Manchmal lernte er es nie richtig kennen, weil es dazu keine Möglichkeiten gab. Manchmal waren es auch die Umstände, die verhinderten, dass Selbstbewusstsein groß und stark werden konnte.

Sie hat es so gemacht: Brave Mädchen tun, was von ihnen erwartet wird. Sie hören auf die Regeln, denn sie wollen geliebt werden. So gaben es die Mütter seit Generationen weiter. Die Väter fanden das gut und richtig, denn so ist es in der Welt. Alle meinten es gut und gaben ihr bestes. Neu ist der Anspruch der Emanzipation. Also ein braves emanzipiertes Mädchen will sie werden. Da geht dann so einiges durcheinander.

Sie lernte: ein Mädchen fährt seine Antennen aus und findet heraus, was die anderen von ihr wollen. Sie will sich später einen Mann suchen, der sie beschützt und führt und sie will ihm gefallen. Er wird wissen, was gut für sie ist. Was sie fühlt, ist oft nicht richtig und wichtig. Sie will ihrem Bauchgefühl und ihren Intuitionen misstrauen.

Um zu gefallen, will sie so sein, wie sie denkt, dass er sie haben will. Eigene Bedürfnisse kann sie haben, aber nicht zu viele. Sie zu äußern kann bei aller Emanzipation gefährlich werden. Er könnte aufhören, sie zu lieben. Sie wird lernen, ihn zu manipulieren, damit er nett zu ihr ist und ihre Wünsche erfüllt. Denn das soll sein ganzes Streben sein. Sie wird Abhängigkeit und Verlustangst mit Liebe verwechseln.

Sie fuhr ihre Antennen aus und folgte ihrem Ziel, eine gute Frau und Mutter zu sein und es allen recht zu machen. Im Beruf und im Privatleben. Sie blieb immer berufstätig. Das  war emanzipiert und ziemlich modern. Diese Aufgabe fiel ihr nicht schwer, denn dazu hatte sie das weibliche  Talent. Sie lernte und ackerte. Sie war gut. Aber noch nicht gut genug. Sie wollte immer besser werden. Sie hatte kein Gespür mehr für ihre Leistungen, denn sie hatte das Gefühl, nie gut genug  für die Ansprüche der anderen zu sein.

Das Selbstbewusstsein wurde immer kleiner, es hungerte und fühlte sich so schwach. Der Antreiber sorgte dafür, dass es sich nicht darum kümmerte. Was für eine Weile ganz gut gelang, denn der  Antreiber wurde immer stärker und brutaler. Ab und zu meldete sich die unbestimmte Wut und machte sich wie ein Dampfkessel Luft. Sie tobte dann ganz fürchterlich im ganzen Haus herum. Alle erschraken und keiner verstand diese Ausbrüche. Das schlechte Gewissen machte sich dann breit und überschattete alles andere. Die Verzweiflung kochte sich ab und zu ein Süppchen. Dann hielt der Antreiber Hofstaat und alle machten wie aufgezogen weiter.

Selbstbewusstsein zog sich zurück und wurde krank.

Die Angst und ihre Attacken übernahmen das Ruder. Die Fassade bröckelte bis sie kaum noch zusammenhielt. Die Fenster wurden blind. Das Haus verfiel.

Nichts funktionierte mehr, beruflich und privat. Krankheiten machten sich breit und blieben. Alles brach zusammen.

Selbstbewusstsein ließ sich viel Zeit zum Gesundwerden. Dazu brauchte es Ruhe, damit die Wahrnehmung und die Achtsamkeit langsam wachsen konnten.

Selbstbewusstsein machte Inventur und übernahm wieder die Verantwortung für das Haus. Es entsorgte Glaubenssätze, die nicht mehr passten, und holte sich neue Regeln ins Haus.  Es pflegte das Innere Kind und machte das Mädchen stark. Es stellte das Haus wieder auf den Boden und richtete die Fassade her. Die Träume putzten die Spiegel und Fenster  blitzblank. Das Licht fand zurück in den Garten und ins Haus. Die Liebe wagte sich aus ihrem Versteck  und der Humor konnte endlich wachsen und sich ausstrecken.

Die schlimme Zeit  wird sie nicht vergessen und niemals wiederholen. Zum Glück hat sie Gelegenheit dazu, sich jetzt endlich ein authentisches Leben zu schaffen. Sie ist sehr dankbar dafür.

 

Misi wundert sich.

Misi wundert sich.

Hallo, ja danke, es geht mir wieder besser. Ich wundere mich nur darüber, dass Frau Holle zu mir sagt, ich soll mal überlegen, warum ich im Teich gelandet bin.

Sie ist überhaupt recht seltsam im Moment. Sonntag guckte sie Fernsehen und ich sah, dass sie in ihr Taschentuch weinte. Ich klopfte ans Fenster und fragte nach dem Grund. „Die Wahl.“ sagte sie. Hä?  „Na, der Ausgang der Wahl bringt mich zum Weinen.“ Also, ich verstehe nur Bahnhof. Wenn ich weine, dann, weil meine Liebste weg ist. Und nicht über irgend eine Wahl, mit der ich nichts zu tun habe. „Warte ab“, sagt Frau Holle. „Warte ab, wie es uns noch ergehen wird.“ Und weinte weitere bittere Tränen. „Die Menschheit lernt doch nichts dazu.“ seufzte sie. Na, das ist ja nun wirklich nichts Neues, oder?

Außerdem sehe ich sie nachts unruhig herumlaufen. Sie schaltet alle zwei Stunden ihre Lampen an und probiert die Toilettenspülung. Als ich sie frage, was das soll, sagt sie, dass sie gerade  den Roman „Blackout. Morgen ist es zu spät“ von einem Marc Elsberg liest. Es geht darum, dass in ganz Europa der Strom ausfällt. Terroristen manipulierten smarte Geräte und es gibt keinen Strom mehr. Überhaupt keinen. Vielleicht für immer. „Stell Dir vor, Misi, ein Leben ohne Strom! Man kann nicht mehr tanken, hat kein Licht, kein Wasser, kein Duschen, Toilettenspülung geht gar nicht mehr, kein Kochen, keiner kann mehr Geld abheben, man kann nichts mehr kaufen, weil alles in den Lagern verdirbt, kein Fernseher mehr, kein Smartphone, kein Internet. Keine Bahnen und Busse. Nicht. Nichts. Nichts.“ Frau Holle irrt herum, sie rennt und kauft Wasser ein für 30 Tage und Lebensmittel für 40 Tage. Und Batterien und Kerzen. Und baut sich einen Kamin und hält Feuerholz vorrätig. Und hortet Benzin. Da muss ich mich schon wundern und fragen, warum  sie solche Bücher liest, wenn es sie so aufregt?

Na, mir ist es egal. Ich brauche keinen Strom  und keine Bücher und keine Geschichten und keine Wahlen. Schlimm genug ist die Wahrheit. Und wahr ist, dass meine Liebste sich mit Olaf Krone herumtreibt und Frau Holle ihn auch noch hier wohnen läßt.

Richtigstellung von Frau Holle: Ich horte nicht für 40 Tage Lebensmittel, sondern nur für 20. Den Kamin baue ich nicht selbst, den lasse ich mir bauen. Ich irre nicht herum. Und nachts wache ich nur jede dritte Stunde auf und probiere, ob es noch Strom gibt. Toilettenspülung hat andere Ursachen.

Anmerkung von Regine: Die hier geschilderten Ereignisse haben mit meiner Person nicht immer was zu tun und ich distanziere mich von Misis und Frau Holles Meinungen und Taten. Ich habe keinen Kamin und lasse auch keinen bauen. Bis jetzt sind nur sechs Flaschen Wasser eingelagert, aber das hat nichts mit dem Buch zu tun. Das Buch lese ich allerdings gerade wirklich. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder mir sind nicht immer zufällig und überhaupt nicht gewollt. Wenn Ihr versteht, was ich meine.

Lob annehmen

Lob annehmen

Situation: Einer Freundin gefällt das Bild und sie lobt mich.

Wertschätzung: beginnt sich zu freuen.

Zweifel: Nun mal sachte, alles auf Anfang. Die sagt das nur, um dir einen Gefallen zu tun.

Liebestöter: Genau! Kann sie gar nicht ernst meinen. Glaub doch ja nicht, jemand könnte das gefallen.

Peiniger: Ist doch nur eine kleine Bastelei. Das kann jedes Kind.

Inneres Kind: Genau, das hat so viel Spaß gemacht. Die Erinnerung an den Urlaub wurden wieder wach, wie ich im Meer geschwommen bin und Muscheln gesammelt habe. Barfuß im Sand und Watt laufen. Möwengeschrei. Sonnenuntergänge bis zum Abwinken.

Kreativität: Ja, ich habe mich mal wieder selbst übertroffen.

Zweifler: Also, so schon mal gar nicht. Denkst gleich, du bist eine Künstlerin, wenn du einmal in der Lage bist, ein paar Dinge zusammenzustellen und aufzukleben.

Angsthase: Ich will das nicht mehr hören! Wenn der Freundin das gefällt, ist sie wohl blind. Dann macht sie falsche Hoffnungen. Ich will darüber nicht mehr diskutieren.

Peiniger: Na ja, Kunst ist das nun wirklich nicht. Höchstens Deko. Kitsch. Zeig es lieber nicht herum.

Selbstbewusstsein: Was ist denn das hier wieder für ein Durcheinander? Vernunft?

Vernunft: Freundin gefällt das Bild und das sagt sie auch.

Selbstbewusstsein: Ist doch prima! Also dann: Action!

Ich: Ach das, das ist doch nur eine kleine Spielerei. Na ja, vielleicht ist es ja ganz schön.

Selbstbewusstsein: Halt! Das geht deutlich besser!

Kreativität: Es hat so viel Spaß gemacht. Große Konzentration und Sorgfalt war nötig, die Quadrate mit Seidenstoff zu überziehen, die Kleinteile zusammenzufügen, sauber zu arbeiten und dann noch den Nagel gerade in die Wand zu bringen.

Wertschätzung: Und wenn die Sonne drauf scheint, leuchten viele Elemente. Licht weckt die Collage zum eigenen Leben. Die Farben passen zusammen. Es ist ein Original.

Zweifler: Das kann doch jeder.

Wertschätzung: Macht aber nicht jeder.

Trotz: Es soll aber blöd sein! Freundin hat unrecht. Bild ist scheußlich!

Angst: Ich kann mit Lob nicht umgehen. Ich will kein Lob, es kann zur Einbildung führen.

Schweinehund: Und wenn Freundin es so toll findet, sollen wir  ja immer mehr herstellen. Dazu habe ich keine Lust.

Angst: Und es fällt uns sicher nie wieder etwas neues ein.

Antreiber: Ist sowieso keine Kunst. Kunst ist etwas hochwertiges. Nicht so´n Kinderkram.

Selbstbewusstsein: Was quatscht ihr denn wieder für dummes Zeug? Geht jetzt mal schnell in den Garten und genießt die Sonne! Wir wollten uns doch mehr Lob ins Leben holen. Haben wir mal beschlossen. Darf ich euch daran erinnern?

Liebe:  Lob und Anerkennung sind gute Freunde. Ich blühe auf, wenn sie zu mir durchdringen dürfen. Ich alleine kann nicht viel ausrichten.

Inneres Kind: Und dann geht es uns allen gut! Ich will das haben, Liebe im Leben, Lob und Anerkennung.

Wertschätzung: Es ist ein schönes Bild. Es beinhaltet viele Erinnerungen. Es hat Mühe bereitet. Freundin gefällt es. Wo ist das Problem?

Selbstbewusstsein: Eben. Also: Action!

Ich: Ich danke Dir. Ja, die Collage gefällt mir auch sehr gut.

Selbstbewusstsein: Na bitte, geht doch!

Humor: Und ich wurde heute gar nicht gebraucht?

 

 

Eine Größe schlanker

Eine Größe schlanker

Für uns dicke Damen gibt es immer eine tolle Mode, die unsere Problemzonen hervorragend kaschiert. Sogar am Strand können wir uns mit allerhand Tüchern, Röckchen, Hütchen und Brillen schlank zaubern. Es gäbe sogar Kleidungsstücke, die uns ganz weg kaschieren könnten, wenn sie in Mode kämen.

Gestern las ich in einem Katalog:

Eine Größe schlanker aussehen mit der Wunderjeans aus den USA! Sitzt immer perfekt, trägt sich super komfortabel und zaubert eine umwerfende Form-wie geliftet. Bestellen Sie diese Jeans eine Nummer kleiner als gewohnt!

Mir fällt dazu nichts mehr ein…….